Verfasst von: berlinfami | September 26, 2008

vom singenden Schaffner und Alarmtoiletten…

Letzten Samstag bin ich in unserem Nachbarland in den Niederlanden angekommen. Die Anreise verlief nicht ganz nach Plan. Erst war kurz hinter der Grenze eine Weichenstörung und dann kam auch noch ein Passagier hinzu, der keine Fahrkarte hatte und dachte, er darf diese im Zug kaufen. Somit standen wir eine halbe Stunde an einem Bahnhof um auf die Polizei zu warten. Letzlich hatte der Zug dadurch 50 min Verspätung und alle Passagier verpassten ihre Anschlusszüge. Wir wurden aber schon beruhigt, indem man uns auf Niederländisch, Deutsch und Englisch (was für ein Service!) erklärte, dass in den Niederlanden alle halbe Stunde Züge in jede Richtung fahren.

In Amsterdam angekommen, habe ich mir ein Ticket gekauft um nach Krommenie-Assendelft zu fahren. Der Verkauf ging erstaunlich schnell und war auf Englisch kein Problem. Am Bahnhof wurde ich von meiner Gastmutter abgeholt. Mit dabei waren 3 ihrer Enkel, die auch Deutsch konnten, weil eine ihrer Töchter in Deutschland lebt. Das „Dorf“ ist mittlerweile zu einer Kleinstadt geworden, weil es eingemeindet wurde. Der Bauernhof, auf dem ich bei der Familie wohnte, liegt etwas auβerhalb.

Am Montag habe ich das erste mal Amsterdam erkundet. Zuvor musste ich aber mit dem Fahrrad zur Station fahren. Dabei habe ich mich auch gleich verfahren, aber zum Glück konnte ich eine Straβenkarte am Weg finden. Dort angekommen, kaufte ich mir ein Wochenticket (5-dag-retourkart) auf Englisch. Als ich in Amsterdam ankam, habe ich mir für die öffentlichen Verkehrsmittel eine Streifenkarte (strippenkartje) gekauft. Ich war sehr erstaunt, in der Tram noch einen Menschen zu finden, der die Karte abstempelt, wenn der Automat kaputt ist. Die Bibliothek habe ich anfangs nicht gefunden. Dafür fand ich zufällig den Buchladen, wo ich mir das Wörterbuch (auf Niederländisch 🙂 ) kaufte und mir den Weg zur Bibliothek erklären lies. Ich wanderte ein bisschen durch die Straβen und setzte mich in ein Café. In der Nähe war eine Toilette. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass ein Toilettenbesuch so aufregend sein kann. Am Eingang war ein Drehkreuz und ein Schild, auf dem sinngemäβ stand, dass man einen Alarm hört, wenn man nicht bezahlt. Ich steckte brav meine Münze rein, ging durch das Drehkreuz und ein schrilles Signal ertönte. Das Schild „Sie werden videoüberwacht!“ fand ich auch etwas beunruhigend. Die Bedienung des Cafes konnte helfen. Der Automat war etwas kaputt. Als ich mit der Tram zurückfuhr, konnte meine Laune wieder aufgemuntert werden. Der Fahrer fing an zu singen und erzählte etwas lustiges, was meiner Meinung nach auch etwas doppeldeutig war. Zwei junge niederländische Mädchen haben Tränen gelacht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: