Verfasst von: berlinfami | November 3, 2009

Medewerker Informatie Dienstverlening

Es gibt ihn doch, den FaMI (zur Erinnerung, für alle die es nicht mehr wissen= Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) -ähnlichen Beruf in den Niederlanden:

Er nennt sich Medewerker Informatie Dienstverlening. Dieser Beruf ist auf MBO-Ebene (Middelbaar Beroepsonderwijs) angesiedelt. Das entspricht in etwa dem Niveau einer Berufsausbildung. Generell können Jugendliche nach einem vorbereitenden Jahr (Voorbereidend Middelbaar Beroepsonderwijs) ab 16 eine Ausbildung machen. Ein Beruf (kwalificatie) kann über eine schulischen Vollzeitausbildung mit betrieblichen Praktika, einen berufsausbildenden Lehrweg (beroepsopleidende leerweg) oder als dual-ähnliche Ausbildung (beroepsbegeleidende leerweg) erlernt werden.

Ein Mitarbeiter der Öffentlichen Bibliothek Amsterdam präsentiert hier seinen Beruf:

„Mein Name ist Johann. Ich bin „Medewerker Informatie Dienstverlening“. Wenn Menschen z.B. Fragen über ein Buch haben oder etwas, was sie im Regal gesehen haben suchen, dann kommen sie zu mir. Wenn Bücher in die Bibliothek kommen, muss dafür gesorgt werden, dass sie zugänglich gemacht werden. Man trägt Sorge dafür, dass die Kunden die Informationen, die sie erhalten auch leicht nutzen können. „Ich fange um 10 Uhr an (eine schöne Zeit, nicht zu früh), lese E-Mails um zu schauen, ob noch Sachen auf dem Konto offen sind von denjenigen, die Medien abgeholt haben. Dazu gibt es immer Fragen. Danach schaut man, in welcher Abteilung man eingeteilt ist. Das ist immer verschieden. Dann werden die Fragen der Benutzer beantwortet. Wir sind für die ganze Abteilung, und dafür, dass ein Kunde zufrieden geht, verantwortlich. Wenn er hierher kommt und nichts finden kann, ist es eigentlich unsere Schuld.

Meistens hat man ein Bild von einer ergrauten Dame um die 60 Jahre mit Brille vor Augen, aber so wie sich das Material verändert hat, so haben sich auch die Mitarbeiter verändert. Hier arbeiten Kollegen im Alter von 20-65 Jahren. Es kommen auch stets mehr männliche Kollegen dazu. Das finde ich gut. Jeder Tag ist anders hier. Man bekommt natürlich nie dieselbe Frage. Wenn man ein Buch zu spät abgibt, bekommt man eine Mahnung. Einige Menschen sind darüber sehr wütend, auch wenn es an ihnen selbst liegt. Das ist wirklich schwierig. Letztens war hier ein älterer Herr mit Stock und hatte in seiner Jugend ein Heft, in das er Titel von Büchern aufgeschrieben hat. Vier von fünf Büchern hatten wir nicht, aber das fünfte schon. Er strahlte über das ganze Gesicht: dass er das Buch, welches er als kleiner Junge gelesen hatte, nun wieder lesen konnte. Wenn man Bücher mag, ist man hier sowieso an der richtigen Stelle.  Wenn man Bücher nicht mag, ist das auch in Ordnung. Wir haben ja auch viele CDs und DVDs.

Diese Eigenschaften sollte man haben:

Selbstsicherheit, Dienstleistungsbewusstsein („Sorry ich kann dir nicht helfen. Das geht nicht für die Kunden“), wissbegierig sein (man muss die Aktualität im Auge behalten)

Jemand mit zufriedenem Gesicht gehen zu lassen:  Dieses Gefühl ist unbezahlbar und das Schönste an der Arbeit.“

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Responses

  1. Hallo Jana!! wie geht’s dir? Ich hoffe du hast noch immer viel Spass im Bibliothek! 😉 ich bin fast fertig mit den Bibliothekstudien, nur noch mein „Arbeit-Studien Logbuch“ fertig machen (ist für’s Diplom erforderlich), dann im Februar, wenn ich es schaffe, werde ich mein Diplom bekommen 😀

    Ich wünsche dir ganz schöne Weihnachten und im voraus ein supertolles Neues Jahr!!!!!!!!

    Schnee-Grüsse aus der Niederlanden,
    maya


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