Verfasst von: berlinfami | April 14, 2010

4. Bibliothekskongress Leipzig

Vom 15.03.- 18.03. fand der 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek unter dem Motto „Menschen wollen Wissen“ statt. Ich hatte mir anhand der verschiedenen Themenblöcke Dienstag den 16.03. für den Messebesuch rausgesucht. 7 Uhr früh ging es los mit dem ICE Richtung Leipzig. Vom Hauptbahnhof erreichten ich in einer ziemlich überfüllten Straßenbahn zusammen mit anderen Fachbesuchern nach ca. 20 Minuten das Messegelände. Als ich meine Tagungstasche abholte, traf ich auch gleich einen ehemaligen Klassenkameraden, der jetzt in Leipzig arbeitet. Nachdem ich meine Garderobe abgegeben hatte, stürzte ich mich in den ersten Vortrag. Für den Vormittag hatte ich mir die Blockveranstaltung „Bibliotheken als Bildungspartner im Interkulturellen Kontext“ ausgewählt. Leider musste ich feststellen, dass einige interessante Vorträge von Berlinern aus dem ersten Teil in den 2. Teil am Nachmittag verlegt wurden. Trotzdem hörte ich mir den ersten Vortrag von der Bibliothekarin Maria Kabo an. Sie arbeitet in der Stadtbücherei Frankfurt am Main und ist selbst vor einigen Jahren nach Deutschland immigriert. Sie ging zunächst auf die allgemeinen Hintergründe und Aspekte von Migration ein und zeigte dann Hindernisse bei der Integration (z.B. fehlende Sprachkenntnisse) und Hilfen für ein Einleben im Einwanderungsland auf. Konkret erklärte sie, was Bibliotheken leisten können, um Einwanderern eine Orientierung im neuen Alltag zu geben. Das geht von Literatur zu den Strukturen des Landes über Erlernen der Sprache bis hin zur Vermittlung von Informationskompetenz. Viele Migranten haben Vorurteile, wie Bibliotheken von innen aussehen, da sie aus Ländern kommen, die arm sind und in denen Bibliotheken dementsprechend wenig entwickelt sind. Das Fazit ihres Vortrags lautete, dass Bibliotheken bei der interkulturellen Arbeit mehr mit anderen Einrichtungen (z.B. Sprachschulen) kooperieren sollten.

Danach folgte ein Vortrag von Dr. Volker Pirsich aus Hamm zum Thema „Multicultural Communities: Guidelines for Library Services“. Als aktives IFLA-Mitglied in der MCULTP Section (Library Services to Multicultural Populations Section) erläuterte er deren Arbeit und gab viele Literaturhinweise zu IFLA-Veröffentlichungen: u.a. die „multicultural communities guidelines for library services“, die schon in verschiedene Sprachen übersetzt wurden und im Anhang einige Best-practice Beispiele aufzeigen: http://www.ifla.org/en/publications/multicultural-communities-guidelines-for-library-services-3rd-edition

Zur Begründung, warum interkulturelle Bibliotheksarbeit wichtig ist, gibt es nun auch ein in verschiedenen Sprachen erschienenes „Raison d’etre“: http://archive.ifla.org/VII/s32/pub/s32Raison-de.pdf

Ein Beitrag von Herrn Pirsich ist auf dem e-doc Server der HU öffentlich zugänglich: http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?id=28972

Nach diesen Vorträgen gab es eine kleine Pause, die ich nutzte um mich für einen anderen Vortrag zu entscheiden, da die Beiträge der 2 Vorträge der Berliner (arabischer Sozialarbeiter aus Berlin-Schöneberg und Bericht aus dem Institut Cervantes) wie schon erwähnt nicht mehr am Vormittag statt fanden. Ich beschloss mir die Stände anzuschauen, und war begeistert, als ich die Leute der Zukunftswerkstatt gleich neben dem BIB Stand fand. Dort begann gerade Patrick Danowski mit seinem Vortrag „Open Bibliographic Data: Die bibliographischen Daten von Büchern der CERN Library für jedermann“. Im Zuge der Diskussion zu Open Access und Open Scientific Data kam die Frage auf, warum man nicht auch bibliographische Daten im Netz frei zur Verfügung stellt. Die gleichen Bücher werden von verschiedenen Bibliotheken öfter katalogisiert, als es notwendig wäre. Sicherlich hätte eine solche Entwicklung auch Konsequenzen für die zukünftigen Abläufe von Geschäftsgängen. Darüber möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht sinnieren. Es folgte ein Film, der die Bibliotheken dazu aufruft, ihre Daten aus ihren „Silos zu befreien“ und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der Film ist auch auf seinem Blog zu sehen: http://www.bibliothek2null.de/2010/02/03/open-data-works/

Die Daten der CERN Library in der Schweiz können aus dem „Cern Document Server“ über MARCXML exportiert werden. http://library.web.cern.ch/library/Library/bookdata.html

Auch die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ist diesen Weg schon gegangen. Ein Bericht dazu gibt es unter http://futurezone.orf.at/stories/1641782/

In diesem Zusammenhang wird auch oft von „linked data“ und „semantic web“ gesprochen. Die Definition und die Ideen die dahinter stecken, werden in folgendem Artikel sowie Video klar und anschaulich dargestellt:

http://futurezone.orf.at/stories/1638410/

http://www.youtube.com/watch?v=UEXhFkOm5Ag

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Kategorien

%d Bloggern gefällt das: