Verfasst von: berlinfami | Juli 12, 2011

100. Deutscher Bibliothekartag – Berlin 2011

Unter dem Motto „Bibliotheken für die Zukunft – Zukunft für die Bibliotheken“ fand vom 7. bis 10. Juni 2011 der 100. Deutsche Bibliothekartag statt. Ich war froh, dass ich in diesem Jahr wieder freigestellt wurde und den gesamten Zeitraum teilnehmen konnte. Im Gegensatz zu den letzten Bibliothekartagen (s. Erfurt 2009) hatte ich mir vorgenommen, an allen größeren Rahmenveranstaltungen (Eröffnungsabend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Festabend im Umspannwerk) teilzunehmen.

Am ersten Kongresstag war vorallem die Einfahrt der ca. 100 internationalen Bibliothekare auf dem Fahrrad ein Highlight. Bei der Aktion „Cycling for libraries“ hatten sie sich von Kopenhagen aus auf den Weg nach Berlin gemacht. Zwischendurch gab es Vorträge und Workshops. Ich bewunderte die Vielzahl der Teilnehmer aus dem Ausland. Ich habe Zweifel, ob ich (Sportmuffel) so eine lange Strecke auf dem Rad durchgehalten hätte.

Nach einer Stärkung an der Snackbar (das Essen dort, war im Vergleich zu den Restaurants noch erschwinglich), hörte ich mir den ersten Vortrag zum Thema „Berufliches Lernen im Ausland – Ein Blick über den Tellerrand“ an. Die Veranstaltung bestand aus 6 Vorträgen und einer Fragerunde und wurde von der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder initiiert. Zuerst berichtete Benjamin Blinten (Sprecher von BI-International) von Fördermöglichkeiten für Auslandspraktika, Fachaufenthalten und Bibliotheksreisen (s. Bibliotheksreise BIB Landesgruppe Berlin). Voraussetzung für die Förderung: „Man  arbeitet bei einer deutschen, nicht kommerziellen Informationseinrichtung oder ist arbeitssuchend“. Der Verband übernimmt 50 Prozent der Kosten. Zuvor sollte man allerdings einen eigenen Finanzplan aufstellen. Fachaufenthalte werden bis zu 4 Wochen gefördert. (Volltext des Vortrags unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1118/).

Danach berichtete Sabine Stummeyer vom BIB-Exchange, einem Austauschprogramm für BIB-Mitglieder. Es gibt eine Kooperationsvereinbarung mit der ALA (American library association). Neuerdings kommen neben dem amerikanischen Raum auch Austauschmöglichkeiten in weiteren Ländern hinzu. Allerdings ist die Vermittlung von Austauschplätzen in andere Länder langfristiger und schwieriger zu planen. BIB-Mitglieder sollten sich über das Aufenthaltsland im Klaren sein und auch die Freistellung mit dem Arbeitgeber geklärt haben. Dann muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem man sich der Wunschbibliothek präsentiert. Anhand dieser Interessen wird eine Austauschbibliothek gesucht. Der BIB-Exchange bietet eine organisatorische, nicht aber finanzielle Unterstützung. Die Angebote des BIB-Exchange lassen sich aber auch mit der Förderung durch BI-International kombinieren. Nach dem Aufenthalt soll für die BIB-Homepage ein Bericht (meist auf Englisch) verfasst werden. Für die Planung ist mindestens ein Zeitraum von einem Jahr nötig.

Anschließend folgte ein Vortrag von Silke Beck über ein Praxissemester im Ausland im Rahmen des Studiums an der FH Köln. (Volltext unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1131/) Das im 4. Semester stattfindende Praktikum soll mindestens 16 Wochen umfassen. Studenten gehen überwiegend in europäische Länder, die USA oder nach Australien. Im 5. Semester gibt es eine Nachbereitungsphase mit Vorträgen, die wiederum für nachfolgenden Studenten eine gute Orientierung darstellen.

Nachmittags widmete ich mich mehreren Vorträgen der Reihe „Berufsbild heute & morgen“. Zu Beginn berichteten 2 Vertreter der FH Köln vom Masterstudium an der Hochschule. Der Studiengang ist der erste, der vom CILIP (Chartered Institute of Library and Information Professionals) akkreditiert ist. Somit müsste die Aufnahme einer Stelle in Großbritannien auch möglich sein. Ehemalige Studenten haben den Studiengang evaluiert. Dabei wurde festgestellt, dass sie sich teilweise noch nicht genügend für die Ausübung einer Leitungsfunktions qualifiziert fühlen. Es wurde geraten den Masterstudiengang nicht gleich nach dem Bachelorstudium, sondern erst nach einigen Jahren Berufspraxis zu beginnen. Danach folgte ein Beitrag über die Berufsbegleitende Fernweiterbildung in Potsdam. Diese umfasst 7 Semester + 1/2 Jahr für die Bachelor-Arbeit. Es gibt vierteljährlich 2 Präsenztage und für die restliche Zeit eine Online-Lernplattform. Der einzige berufsbegleitende Abschluss hat derzeit eine hohe Nachfrage (100 Bewerber auf 30 Plätze). Die 25 zu belegenden Module müssen entweder durch den Arbeitgeber oder den Teilnehmer selbst finanziert werden. Einige Tage später hörte ich mir einen Vortrag aus Sicht einer Teilnehmerin an (Volltext unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1089/). Abgerundet wurde der Nachmittag durch eine Vortrag von 2 Mitarbeitern (Jochen Dudeck, Katrin Koball) aus Kommunalbibliotheken. Sie veranschaulichten deutlich, welchen Fragestellungen und Problematiken junge Führungskräfte in Kommunalbibliotheken gegenüberstehen. Nach dieser Vortragsreihe fuhr ich mit Kollegen aus dem BIB-Landesgruppenvorstand zum Eröffnungsabend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Thematisch eröffnet wurde der Abend von Susanne Riedel, der zu dieser Zeit noch amtierenden Bundesvorsitzenden des Berufsverbands Information Bibliothek. Zuvor hatte die Sängerin „Gayle Tufts“ mit ihrer eigenen Interpretation von „Let me entertain you“ den Saal in Stimmung gebracht. Danach folgten einige interessante Reden u.a. von der IFLA Präsidentin Ellen Tise und dem Bundestagspräsidenten. Zwischendurch lockerte Gayle Tufts das Programm mit ihren charmant-witzigen Songs auf. Die Veranstaltung fand gegen 23 Uhr ihren Ausklang bei Gesprächen, Wein und Canapés (ich habe lange gebraucht um dieses tolle Wort, was eine Dipl-Bibl.-Kollegin einst erwähnte, wieder ins Gedächtnis zu rufen).

Fortsetzung folgt…..

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