Verfasst von: berlinfami | August 4, 2012

Bibliothekartag Hamburg-Tag 1

Dieses Jahr hatte ich das Glück gleich mit 2 anderen Vorstandskollegen (genauer gesagt eine Kollegin und unser Vorsitzender) der BIB-Landesgruppe Berlin zum Bibliothekartag nach Hamburg zu fahren. Wir reisten gemütlich mit dem ICE und kamen nach 1,5 Stunden vormittags in Hamburg  an. Die Stadt erwartete uns mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und einer leichten, typisch norddeutschen Brise. Der ICE hielt ganz praktisch am Bahnhof Dammtor neben dem Kongresszentrum.

Nachdem wir uns angemeldet hatten, bekamen wir unser gedrucktes Programm (aufgrund hoher Kosten und alljährlich organisationsbedingter Programmänderung gab es dieses Jahr das Programm im Vorfeld nur online). Ich hatte mir zwar zuvor einige Vorträge rausgesucht, wollte trotzdem lieber auch ins gedruckte Programm schauen. Wir studierten das Programmheft im Grünen, genauer gesagt im benachbarten Park „planten un blomen“. Nachdem ich für den Mittag noch nichts geplant hatte, entdeckte ich die Buchlesung mit Benjamin Lebert. In der Reihe “Wissen trifft” hatte Dirk Wissen (Direktor der Stadtbibliothek Frankfurt Oder) am KIBA-Stand während des gesamten Bibliothekartags verschiedene Autoren zu Gast. Benjamin Lebert interessierte mich, da ich schon einige Bücher von ihm gelesen hatte (u.a. in den letzten Jahren „Der Vogel ist ein Rabe“, „Flug der Pelikane“) und er während meiner Teenagerzeit mit seinem Roman „Crazy“ berühmt wurde. Nun präsentierte er sein neues Buch „Im Winter dein Herz“. Ich war bereits bei der Buchmesse vor einigen Jahren bei der Lesung zu „Der Flug der Pelikane“. Wenn ich die Stimme des Autors höre und seine Erläuterungen zur Entstehung seiner Bücher erfahre, kommt mir das Geschriebene viel klarer und bewegender vor. Es gibt ein aktuelles Interview dazu: http://www.zeit.de/2012/09/Benjamin-Lebert/seite-1

Weiter ging’s nach einem stärkenden Mittagsmahl am Stephansplatz in einen Vortrag zum Bibliotheksportal Primo von Ex Libris. Am Beispiel des Bibliotheksportals Primo der FU Berlin haben die beiden Studentinnen Melanie Surkau und Heike Lennard eine „Usability-Studie“ für ihre Masterarbeit durchgeführt. Gestestet wurde die Beta-Version mit Hilfe von 20 Testern ohne Vorerfahrung, d.h. sie haben noch nie mit dem Portal gearbeitet. Die Testpersonen bekamen bestimmte Suchaufträge und sollten bei Ihrer Suche laut Denken. Der Test dauerte 90 Minuten und sollte aufzeigen, welche Funktionalitäten die Tester finden und nutzen. Es kam dabei heraus, dass Primo für Anfänger leicht benutzbar ist und es konnten ein Großteil der Aufgaben gelöst werden. Allerdings wurden einige Funktionalitäten übersehen (Sichtbarkeit des Benutzerkontos), Texte waren zu ungünstig platziert, Informationen zu sehr verteilt. Außerdem wurden der Unterschied zwischen „FU-Katalog Plus“ und „FU-Katalog Plus+ Primo Central“ nicht erkannt. Weiterhin bemängelt wurde die unterschiedliche Benennung für die Verfügbarkeitsanzeige, z.B: „Volltext verfügbar“ und „Online-Zugriff frei“. Dies sind einige aus dem Vortrag ausgewählte Schwierigkeiten, die bei der Nutzung von Primo auftreten. Alles in allem konnte mit der Studie auf viele Verbesserungsmöglichkeiten hingewiesen werden. Nach diesem aufschlussreichen Vortrag nahm unser Vorstands-Trio an einem rundum gelungenen Eröffnungsabend teil. Die Rede des VdB-Vorsitzenden Dr. Klaus-Rainer Brintzinger fand ich sehr gut. Zwischen den Reden stimmte der Schwulenchor „Schola cantorosa“ in typisch norddeutscher Manier auf die Tage in Hamburg ein und leitete das Publikum im Anschluss an den Eröffnungsabend in die Messehalle, wo die Firmenausstellung eröffnet wurde. Eine schöne Erinnerung für alle Bibliothekartagsbesucher und Impression für alle Daheimgebliebenen:

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=egp3-GpD4uU#!

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Responses

  1. Die Nutzung von so genannten Ressource Discovery Systemen, kurz RDS, wozu auch Primo gehört, weitet sich ja immer mehr aus. Probleme dabei sind jedoch nicht nur schlechte Usability sondern auch gerade der Retrievalaspekt. Auf dem LIS’2012 drehte es sich hauptsächlich um diese Thematik und wir waren uns wohl relativ einig, dass die Massen an zur Verfügung gestellten Metadaten für Nutzer wenig hilfreich sind: Wer auf eine Suchanfrage 17 Millionen Treffer erhält und selbst bei Nutzung der Facetten noch bei 170 000 Treffern landet, der fühlt sich einfach nur verloren. Die beste Möglichkeit bis jetzt ist wohl einfach eine gesonderte Suche im Bibliotheksopac, also den Hausbeständen anzubieten.

    Die Diskussion, dass unsere Bibliothekakataloge zu wenig erschließen, vor allem zu wenig unselbständige Literatur, können wir nun vom Gegensatz aus beginnen: Mit welcher Frustration wird jemand die Suche aufgeben, der ein paar Millionen Treffer auf seine Suchanfrage zurück bekam? Da wurde der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben, um das Sprichwort wieder einmal zu bemühen.

    Hier übrigens noch ein impressionsreiches Video vom Bibliothekartag 2012:


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