Verfasst von: berlinfami | Juli 19, 2012

Eingruppierungen im TV-L (Ergebnisse)

Da ich gesehen habe, dass einige direkt mit Suchanfrage zum Thema Tarife auf meinem Blog landen, möchte ich allen Lesern kurz eine Übersicht über die Ergebnisse der Eingruppierungen in der Entgeltordnung des TV-L geben. Die Entgeltgruppen entsprechend der jeweiligen Tätigkeitsgruppen kann man hier nachlesen:

http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20Eingruppierung%20und%20Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Laender/EGO_TV-L_2011-10-31_Auszug_Archive_Bibliotheken_Buechereien_Museen.pdf

Gesondert gibt es eine Erklärung zu den außertariflichen Eingruppierungen E8 und E10:

http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission%20Eingruppierung%20und%20Besoldung/Tarif_und_Besoldungsrecht/Laender/TdL-Beschluss-EGO-uebertariflich-E8E10.pdf

Die Ergebnisse der Verhandlungen sind eher frustriend. Die Eingruppierungen für die E10 in öffentlichen Bibliotheken werden an altmodischen Merkmalen wie Zahl der Entleihungen und Bestandsgröße der Bibliothek entschieden. Für Beschäftigte mit Bachelorabschluss ist nur lebenslang noch eine Eingruppierung vorgesehen, ohne Perspektive nach oben, unabhängig welche Tätigkeiten ausgeübt werden. Eine Ausbildungserfordernis für die Entgeltgruppen E5 und E6 ist nicht vorgesehen, was gerade für FaMIs schlecht ist.

Eine genauere Stellungnahme des BIB zu den Ergebnissen der Tarifverhandlung findet man hier:

http://www.bib-info.de/kommissionen/keb/tarif-entgeltverhandlungen.html

Am ungünstigsten finde ich, dass bei Arbeitgeberwechsel automatisch die Entwicklungsstufe (d.h. Berufserfahrung in Jahren) nicht berücksichtigt werden kann. Das ist sowohl beim Wechsel zu einem Arbeitgeber mit anderem Tarifvertrag, als auch mit selbem Tarifvertrag der Fall. Diese starren Regelungen tragen nicht gerade zur Mobilität von Arbeitskräften bei.

Update: 

Neue Erkenntnis bezüglich der Stufenlaufzeit: „Gemäß § 17 Absatz 4 Satz 3 TV-L FU beginnt die Stufenlaufzeit in der höheren Entgeltgruppe mit dem Tag der Höhergruppierung“.

Fazit meinerseits: Wenn Ihr schon vorhabt, eine Stelle anzunehmen, die zu einer höheren Eingruppierung als Eurer bisherigen führt, dann beeilt Euch diese zu finden. Das ist sicherlich nicht spaßig für Leute mit längerer Betriebszugehörigkeit, wenn die Stufe einfach von vorn beginnt. Das ist auch der Grund warum es sein kann, dass eine höhere Eingruppierung trotzdem zu weniger Geld führt.

Unter öffentlicher-dienst.info gibt es eine gute Tabelle zur Veranschaulichung:

http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/berlin/hoehergruppierung.html

Verfasst von: berlinfami | Juni 25, 2012

101. Deutscher Bibliothekartag in Hamburg (Kurzüberblick)

Liebe neugierige Leser: Ein ausführlicher Artikel zum Bibliothekartag folgt demnächst (wenn ich endlich mal mehr Zeit habe)

Hier gibt es schon mal vorab einen Überblick über mein besuchtes Programm. Dieses wich leider viel von meinen Planungen ab, da ich aufgrund einer starken Erkältung ziemlich kürzer treten musste.

Dienstag:

10 Uhr Ankunft Hamburg

Mittagssnack am Stephansplatz

danach im „Planten un blomen“ mit Vorstandskollegin Überblick über gedrucktes Programm verschafft

14 – 15 Uhr: KIBA-Stand : „Wissen trifft“ Benjamin Lebert (Buchlesung mit Interview)

17 Uhr: Alles klar mit Primo? Usability-Studie zum Bibliotheksportal Primo der Freien Universität Berlin – M. Surkau (Berlin, D), H. Lennard (Berlin, D); Referent: H. Lennard

18.30 Uhr: Teilnahme an Eröffnungsveranstaltung

Abendessen in kleiner BIB-Runde im Steakhaus

Mittwoch:

Info-Stände der Hochschulen besucht

11 – 11.30 Uhr:  Präsentation aktueller Forschungsprojekt:  Prof. Cornelia Vonhof (HdM Stuttgart): „Managementinstrumente in der Bibliothekspraxis“

Mittagspause mit Vorstandskollegen am Stephansplatz

13.30 Uhr – 15.30 Uhr: BIB-Jahresthema Demografischer Wandel

16 – 18 Uhr: Neue Wege in der Aus- und Fortbildung

Abendessen mit BIB-Aktiven beim Spanier in der Innenstadt

Donnerstag:

9 – 12 Uhr: Berufsverband Information Bibliothek e.V. – Mitgliederversammlung

Mittagspause

Chillout und Gesundheitsschlaf im Hotel (wenn man schon eine Menge für die Kongressparty bezahlt, will man ja auch halbwegs fit sein, trotz Erkältung)

ab 19 Uhr: Spaziergang zur Fischauktionshalle, Kongressparty

Ende (wird nicht verraten 😉 )

Freitag:

Auschecken

Posterpräsentation und Firmenausstellung besichtigt

10 Uhr BIB Landesgruppe Berlin-Trio (Redies, Steyer, Johannes): Teilnahme an Führung durch die Hamburger Öffentlichen Bücherhallen

Lunch in der Halle der Firmenausstellung (diesmal nicht überfüllt und genügend Sitzmöglichkeiten)

14 – 17 Uhr: Fahrt zur HAW (Wartenau): Workshop der HAW Hamburg mit Prof. Dr. Martin Gennis: Digitale Lesegeräte und Formate – Ende oder Zukunft der Kultur?

Verfasst von: berlinfami | November 13, 2011

100. Deutscher Bibliothekartag (Fortsetzung)

Am Mittwoch widmete ich mich einer Kurzvortragsreihe der Zukunftswerkstatt. Mich interessierte der Vortrag „Multitouch in libraries“ von Koen Rotteveel aus der DOK Delft.  Die öffentliche Bibliothek in Delft hat ein Projekt gestartet, wo es um „digital storytelling tools “ geht. Dabei wird ein Multitouch-Tisch (Microsoft Produkt) verwendet:

http://zukunftswerkstatt.wordpress.com/2011/04/12/interview-mit-koen-rotteveel/

Der Referent erläuterte uns die Besonderheiten der Touch-Oberfläche und den Effekt auf die Benutzer. Der Multitouch-Tisch erkennt Objekte und versteht, was man darauf stellt. Es wird die reale mit der virtuellen Welt kombiniert. Warum ist dieses Produkt für Bibliotheken geeignet? Er sagte, „Geschichten, werden die Zukunft der Bibliotheken sein“. Unsere Aufgabe wird es sein, den Leuten „den Weg zu den richtigen Geschichten aufzuzeigen“. Der Vorteil dieser Multitouchanwendung ist der enorme soziale Aspekt. Es können mehrere Leute gleichzeitig daran arbeiten. Damit könnten neue Zielgruppen (z.B. Schüler) erreicht werden und langweilige Inhalte können spannend gemacht werden. Hier gibt es einen kleinen Einblick in das Gerät:

http://vimeo.com/5643953

Ich stellte in dem Zusammenhang die Frage, ob es nicht schwierig ist, wenn man seinen Benutzerausweis verliert, und jemand anders diesen auf das Gerät legt. Es müsste ein Passwortschutz geben, da sonst einige persönliche Daten ausgelesen werden könnten. Man sagte, dass man dafür Lösungsmöglichkeiten entwickelt. Es bleibt spannend zu erfahren, wie das Projekt weiter geht, und ob es sich in anderen Bibliotheken durchsetzt. Die Kosten für die Anschaffung sind allein für die Hardware ziemlich hoch.

Nach einem Rundgang durch die Messehallen mit unserem BIB Landesgruppenvorsitzenden, bei dem ich einige neue Leute kennen gelernt habe, besuchte ich nach der Mittagspause die Vortragsreihe „Fit für die Zukunft: Wo endet Ausbildung, wo (und wann) braucht es Fortbildung?“ Die Reihe begann mit einem Vortrag von Karin Holste-Flinspach „Der Fachwirt als Aufstiegsfortbildung für FaMIs?“ Der Titel des Vortrags wurde sicherlich nicht ohne Grund mit einem Fragezeichen am Ende des Satzes gewählt. Eine Stellungnahme zum Thema Fachwirtausbildung gibt es auch auf den BIB-Seiten. Darauf folgte ein Vortrag von Cornelia Vonhof (Professorin an der Hochschule der Medien Stuttgart) mit dem Titel „Nach dem Studium ist vor der Weiterbildung- Weiterbildungsbedarf von Bachelor- und Master-Absolventen“. Sie gab zunächst einen Überblick über den Bachelor und später den Master-Studiengang „Biliotheks- und Informationsmanagement“. Bei der Frage nach der Zulassungszahl für den Bachelorstudiengang gab es eine klare Antwort: „Der Arbeitsmarkt lässt es nicht zu, die Zulassungszahlen zu erhöhen. Als Fazit kann man sagen, dass das Studium nicht die berufliche Praxis ersetzt und die Anforderungsfelder so heterogen sind, dass immer Weiterbildungsbedarf besteht. Für mich persönlich war vorallem der letzte Vortrag von Heike Stadler interessant. Die Absolventin der Fernweiterbildung Bibliothekswissenschaft an der FH Potsdam stellte das Thema „Zeit“ in den Mittelpunkt ihres Vortrags. Zur Vorbereitung auf den Bibliothekartag wurde mit Absolventen der vierjährigen Weiterbildung eine Umfrage gemacht. Ein Großteil der Teilnehmer begann diese Weiterbildung aus Eigenmotivation, nur ein sehr geringer Anteil hatte Aussicht auf eine höher dotierte Stelle. Bei einem kleinen Teil war auch beides der Grund für die Teilnahme. Der Kurs besteht aus 24 Pflicht+ 2 Wahlmodulen. Zu jedem Modul gibt es eine Präsenzzeit und es muss eine Belegarbeit geschrieben werden. Während des Selbststudiums kommunizieren die Teilnehmer über die E-Learningplattform Moodle. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer antwortete, dass sie im Durchschnitt 10- 15 Stunden pro Woche für die Weiterbildung aufwendeten. Dies entsprach im Großen und Ganzen den Erwartungen der Teilnehmer. Am Ende der Weiterbildung erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat. Um den Bachelorabschluss zu erlangen, müssen sie sich für ein Semester an der Hochschule einschreiben, um die Abschlussarbeit zu schreiben. Viele sammeln dafür ihren Jahresurlaub an, nehmen Bildungsurlaub oder reduzieren ihre Arbeitszeit.

Dieser Tag ging mit der „Langen Nacht der Bibliotheken“ zu Ende. So schön und vielfältig das Programm auch war- ich hatte beschlossen nicht daran teilzunehmen. Der nächste Tag sollte nämlich schon früh (9 Uhr) mit der BIB-Mitgliederversammlung beginnen. Es gab einen Rück- und Ausblick mit Verabschiedung des alten und Wahl des neuen Bundesvorstands. Nach der Pause hatte ich meinen allerersten Standdienst. Ich wurde von den Kollegen eingewiesen und habe an diesem Tag auch einige Postkarten verkauft, Infos zur Mitgliedschaft gegeben etc…Währenddessen war ein Großteil des Vorstands auf der Demo gegen die neue Entgeltordnung. Nach meinem Standdienst fuhr ich nach Hause um mich für den Festabend im Umspannwerk in Schale zu werfen. Darauf hatte ich mich schon lange Zeit gefreut. Aus den Erzählungen der letzten Jahre (u.a. in Erfurt), hat da ziemlich „der Bär gesteppt“. Es gab ein leckeres Buffet, eine Lesung von Horst Evers und zu späterer Stunde durfte auch das Tanzbein geschwungen werden. Zum Tanzen war zwar nicht soviel Platz, aber alle diejenigen, die darauf keine Lust hatten, waren schon früher gegangen, sodass einige Tische der ersten Reihe zusammengeklappt werden konnten. Der DJ und die DJane spielten eine gute Mischung aus verschiedenen Stilen, Oldies und modernen Hits, sodass bis weit nach Mitternacht gefeiert wurde.

Abgerundet wurde der Bibliothekartag am nächsten Tag mit einer Podiumsdiskussion mit Mitgliedern der Enquete-Kommision Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags zum Thema „Internet und Digitalisierung“. Es diskutieren Thomas Jarzombek (CDU, Vorsitzender der Kommission), Lars Klingebeil (SPD), Petra Sitte (Die Linke) mit Prof. Dr. Hermann Parzinger (Vorstandssprecher des Kompetenznetzwerkes Deutsche Digitale Bibliothek und Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Moderiert wurde die Veranstaltung von Claudia Lux, Direktorin der Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

So gingen 4 kurzweilige, spannende Tage zu Ende. Ein großes Dank an alle Organisatoren, die vielen Freiwilligen Helfer und die Teilnehmer. Der 100. Dt. Bibliothekartag in Berlin wird wohl vielen von uns noch lange in Erinnerung bleiben. Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen in Hamburg 2012.

Verfasst von: berlinfami | Juli 12, 2011

100. Deutscher Bibliothekartag – Berlin 2011

Unter dem Motto „Bibliotheken für die Zukunft – Zukunft für die Bibliotheken“ fand vom 7. bis 10. Juni 2011 der 100. Deutsche Bibliothekartag statt. Ich war froh, dass ich in diesem Jahr wieder freigestellt wurde und den gesamten Zeitraum teilnehmen konnte. Im Gegensatz zu den letzten Bibliothekartagen (s. Erfurt 2009) hatte ich mir vorgenommen, an allen größeren Rahmenveranstaltungen (Eröffnungsabend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Festabend im Umspannwerk) teilzunehmen.

Am ersten Kongresstag war vorallem die Einfahrt der ca. 100 internationalen Bibliothekare auf dem Fahrrad ein Highlight. Bei der Aktion „Cycling for libraries“ hatten sie sich von Kopenhagen aus auf den Weg nach Berlin gemacht. Zwischendurch gab es Vorträge und Workshops. Ich bewunderte die Vielzahl der Teilnehmer aus dem Ausland. Ich habe Zweifel, ob ich (Sportmuffel) so eine lange Strecke auf dem Rad durchgehalten hätte.

Nach einer Stärkung an der Snackbar (das Essen dort, war im Vergleich zu den Restaurants noch erschwinglich), hörte ich mir den ersten Vortrag zum Thema „Berufliches Lernen im Ausland – Ein Blick über den Tellerrand“ an. Die Veranstaltung bestand aus 6 Vorträgen und einer Fragerunde und wurde von der BIB-Kommission für Ausbildung und Berufsbilder initiiert. Zuerst berichtete Benjamin Blinten (Sprecher von BI-International) von Fördermöglichkeiten für Auslandspraktika, Fachaufenthalten und Bibliotheksreisen (s. Bibliotheksreise BIB Landesgruppe Berlin). Voraussetzung für die Förderung: „Man  arbeitet bei einer deutschen, nicht kommerziellen Informationseinrichtung oder ist arbeitssuchend“. Der Verband übernimmt 50 Prozent der Kosten. Zuvor sollte man allerdings einen eigenen Finanzplan aufstellen. Fachaufenthalte werden bis zu 4 Wochen gefördert. (Volltext des Vortrags unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1118/).

Danach berichtete Sabine Stummeyer vom BIB-Exchange, einem Austauschprogramm für BIB-Mitglieder. Es gibt eine Kooperationsvereinbarung mit der ALA (American library association). Neuerdings kommen neben dem amerikanischen Raum auch Austauschmöglichkeiten in weiteren Ländern hinzu. Allerdings ist die Vermittlung von Austauschplätzen in andere Länder langfristiger und schwieriger zu planen. BIB-Mitglieder sollten sich über das Aufenthaltsland im Klaren sein und auch die Freistellung mit dem Arbeitgeber geklärt haben. Dann muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, in dem man sich der Wunschbibliothek präsentiert. Anhand dieser Interessen wird eine Austauschbibliothek gesucht. Der BIB-Exchange bietet eine organisatorische, nicht aber finanzielle Unterstützung. Die Angebote des BIB-Exchange lassen sich aber auch mit der Förderung durch BI-International kombinieren. Nach dem Aufenthalt soll für die BIB-Homepage ein Bericht (meist auf Englisch) verfasst werden. Für die Planung ist mindestens ein Zeitraum von einem Jahr nötig.

Anschließend folgte ein Vortrag von Silke Beck über ein Praxissemester im Ausland im Rahmen des Studiums an der FH Köln. (Volltext unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1131/) Das im 4. Semester stattfindende Praktikum soll mindestens 16 Wochen umfassen. Studenten gehen überwiegend in europäische Länder, die USA oder nach Australien. Im 5. Semester gibt es eine Nachbereitungsphase mit Vorträgen, die wiederum für nachfolgenden Studenten eine gute Orientierung darstellen.

Nachmittags widmete ich mich mehreren Vorträgen der Reihe „Berufsbild heute & morgen“. Zu Beginn berichteten 2 Vertreter der FH Köln vom Masterstudium an der Hochschule. Der Studiengang ist der erste, der vom CILIP (Chartered Institute of Library and Information Professionals) akkreditiert ist. Somit müsste die Aufnahme einer Stelle in Großbritannien auch möglich sein. Ehemalige Studenten haben den Studiengang evaluiert. Dabei wurde festgestellt, dass sie sich teilweise noch nicht genügend für die Ausübung einer Leitungsfunktions qualifiziert fühlen. Es wurde geraten den Masterstudiengang nicht gleich nach dem Bachelorstudium, sondern erst nach einigen Jahren Berufspraxis zu beginnen. Danach folgte ein Beitrag über die Berufsbegleitende Fernweiterbildung in Potsdam. Diese umfasst 7 Semester + 1/2 Jahr für die Bachelor-Arbeit. Es gibt vierteljährlich 2 Präsenztage und für die restliche Zeit eine Online-Lernplattform. Der einzige berufsbegleitende Abschluss hat derzeit eine hohe Nachfrage (100 Bewerber auf 30 Plätze). Die 25 zu belegenden Module müssen entweder durch den Arbeitgeber oder den Teilnehmer selbst finanziert werden. Einige Tage später hörte ich mir einen Vortrag aus Sicht einer Teilnehmerin an (Volltext unter http://www.opus-bayern.de/bib-info/volltexte/2011/1089/). Abgerundet wurde der Nachmittag durch eine Vortrag von 2 Mitarbeitern (Jochen Dudeck, Katrin Koball) aus Kommunalbibliotheken. Sie veranschaulichten deutlich, welchen Fragestellungen und Problematiken junge Führungskräfte in Kommunalbibliotheken gegenüberstehen. Nach dieser Vortragsreihe fuhr ich mit Kollegen aus dem BIB-Landesgruppenvorstand zum Eröffnungsabend im Konzerthaus am Gendarmenmarkt. Thematisch eröffnet wurde der Abend von Susanne Riedel, der zu dieser Zeit noch amtierenden Bundesvorsitzenden des Berufsverbands Information Bibliothek. Zuvor hatte die Sängerin „Gayle Tufts“ mit ihrer eigenen Interpretation von „Let me entertain you“ den Saal in Stimmung gebracht. Danach folgten einige interessante Reden u.a. von der IFLA Präsidentin Ellen Tise und dem Bundestagspräsidenten. Zwischendurch lockerte Gayle Tufts das Programm mit ihren charmant-witzigen Songs auf. Die Veranstaltung fand gegen 23 Uhr ihren Ausklang bei Gesprächen, Wein und Canapés (ich habe lange gebraucht um dieses tolle Wort, was eine Dipl-Bibl.-Kollegin einst erwähnte, wieder ins Gedächtnis zu rufen).

Fortsetzung folgt…..

Verfasst von: berlinfami | Juni 5, 2011

E 2 für FaMIs? E 9 für Bachelor? Nein, danke!

Wie einige MitarbeiterInnen von Bibliotheken bereits mitbekommen haben, gibt es nicht nur für Hochschulbibliotheken des Landes Berlin neue Tarifverträge (TvöD, TV-L). Die bisherigen Verhandlungen zu den Entgeltordnungen sind für den Bibliotheksbereich enttäuschend und können so nicht hingenommen werden. FaMIs dürfen ab E 2 (Hilfskraftniveau) eingruppiert werden, Bachelor-Absolventen bleiben lebenslang auf E 9 stehen. Da fragt man sich als FaMI, ob ein anschließendes Vollzeit-Studium (nicht berufsbegleitend und nicht durch Arbeitgeber finanziert) überhaupt sinnvoll ist. Genauere Infos zur Situation gibt es auf den Seiten des Berufsverbandes Information Bibliothek:

http://www.bib-info.de/fileadmin/media/Dokumente/Kommissionen/Kommission Eingruppierung und Besoldung/Tarifverhandlungen/Demo-Aufruf_2011-06-09.pdf

http://www.bib-info.de/verband/publikationen/aktuell.html?tx_ttnews[tt_news]=1082&cHash=62840a65a4

http://www.ub.uni-dortmund.de/listen/inetbib/msg45006.html

Deshalb gibt es am Donnerstag, 9. Juni 2011, 14 Uhr eine Demo beim Arbeitgeberverband „Tarifgemeinschaft deutscher Länder“
Dorothea-Schlegel-Platz / Georgenstraße (direkt am Bahnhof Friedrichstraße)

@ Bibliothekartagsbesucher: Protestpostkarten an TdL und verdi werden Dienstag und Mittwoch am Eingangsbereich sowie BIB-Stand (H01) verteilt und können dort auch unterschrieben und abgegeben werden

Verfasst von: berlinfami | Januar 23, 2011

BIB Studienreise – Amsterdam und Den Haag

Vom 23.09.- 26.09.2010 begaben sich 14 erlebnishungrige Bibliothekarinnen  und Bibliothekare und interessierte Lebenspartner auf zu einer Studienreise nach Amsterdam  und Den Haag. Los ging es 6.30 Uhr in der Frühe. Frohen Mutes und guter Laune fuhr die Gruppe mit dem IC vom Berlin Hbf los. Ein Großteil bevorzugte seinen fehlenden Schlaf der letzten Nacht nachzuholen. Spätestens nach einer Kaffeepause am Vormittag war auch der letzte wach. Es wurde gelesen (was sonst? *g*) oder über berufliche und weniger berufliche Themen geplaudert. Nach einem Umstieg in Hilversum kamen wir am frühen Nachmittag im herbstlich-sonnigen Amsterdam an. Wir fuhren zuerst zu unserem Ibis Hotel Stopera um das schwere Gepäck los zu werden und unsere Zimmer zu inspizieren. Ein Großteil schlief in Doppelzimnmern, die relativ klein und schlicht waren, für dieses Wochenende aber allemal ausreichten. Nach einem kurzen Aufenthalt ging es auch gleich los zum ersten Bibliotheksbesichtigungstermin. An diesem Nachmittag stand die „Openbare Bibliotheek Amsterdam“ auf dem Programm. Der Direktor (Hans van Velzen) der im Sommer 2007 eröffneten Bibliothek empfing uns in typisch niederländischer Tradition bei „Koffie & Thee“ in einem Konferenzraum und hielt auf Englisch eine Powerpointpräsentation über die Entstehung der Bibliothek. Frau „de Mink“ und eine deutsche Kollegin sprangen bei Verständnisproblemen mit deutschen Vokabeln ein. Danach führten uns die beiden von oben nach unten durch das Haus. Von der Dachterrasse aus hat man einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt. Die Bibliothek, welche ich während meines Auslandspraktikums 2008 bereits am Wochenende besichtigt hatte, hatte noch immer einen offenen, einladenden Charme. Sie ist so errichtet, dass man von verschiedenen Etagen immer einen Blick auf die anderen Ebenen hat. Hier ein kleiner Eindruck:

Nach dieser eindrucksvollen Führung waren wir von Frau Mulzer, die unseren Fachaufenthalt maßgeblich mit organisiert hat, ins Goethe Institut eingeladen. Sie leitet dort die Bibliothek und ist auch bei der Organisation diverser Veranstaltungen mit beteiligt. Wir machten einen kleinen Rundgang durch das Haus aus dem 17. Jahrhundert. Abgerundet wurde der Abend mit einem leckeren gemeinsamen Abendessen im Restaurant „Haesjes Claes“. So ging der erste lange, aber eindrucksvolle Tag zu Ende.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, da wir zur Besichtigung der Nationalbibliothek der Niederlande nach Den Haag aufbrachen. Unser Zug traf am Vormittag in Den Haag ein. Vom Bahnhof aus konnte man schon fast in die Bibliothek stolpern. Die seit 1798 bestehende Bibliothek umfasst derzeit 6 Millionen Bände. In den Niederlanden gibt es im Gegensatz zu Deutschland kein „Pflichtexemplarrecht“, sodass die Medien selbst erworben werden müssen. Wir sahen eine Videopräsentation auf Englisch zur Geschichte der Bibliothek. Im Anschluss erfolgte ein Rundgang durch den offenen Bereich und die Magazine. Die Bibliothek ist im Vergleich zur OBA schlichter gestaltet, jedoch verschönern bestimmte Beleuchtungsaspekte den Aufenthalt und Sitzecken laden zu einer entspannten Pause ein. Nachmittags stand eine Besichtigung in der Bibliothek des „Vredespaleis“ (http://www.ppl.nl/) an. Zunächst waren wir auf der Suche nach einem Restaurant um unsere hungrigen Mägen zu füllen. Die Gruppe teilte sich relativ schnell in einzelne Kleingrüppchen, denn die einen wollten ins Fischrestaurant, die nächsten in ein asiatisches und andere wiederum (zu denen ich gehörten) bevorzugten klassische Pannekoeken (Pfannkuchen) in allerlei süßen und herzhaften Variationen oder kleine Poffertjes (niederländische Spezialität) in einem Bistro. Gegen 15 Uhr standen wir vor den Pforten des „Vredespaleis“ und staunten nicht schlecht. Das prachtvolle Gebäude mit einem groß-angelegten Park erstrahlte im Sonnensschein (ja, man kann sagen wir hatten unheimliches Glück mit dem Wetter und konnten bei 18 Grad diesen Herbsttag genießen, während es in Deutschland das ganze Wochenende regnete) hinter einem eisernen Tor. Es ist Sitz des Internationalen Gerichtshofs, des Ständigen Schiedshofes und der Haager Akademie für Völkerrecht. Um ins Innere hineinzukommen, mussten wir alle erstmal mit unserem Taschen durch eine Sicherheitsschleuse, wie man sie an Flughäfen findet. Drinnen angekommen, empfing uns der Direktor Herr Jeroen Vervliet herzlich. Er gab zunächst einige einführende Erläuterungen zum Vredespaleis, der 1907 bis 1913 nach Plänen des französischen Architekten Louis M. Cordonnier erbaut und vom US-amerikanischen Unternehmer Andrew Carnegie finanziert wurde. Die vom Stararchitekten Michael Wilford entworfene Bibliothek befindet sich in einem Neubau, welcher über einen schrägen Verbindungstrakt mit dem Friedenspalast verknüpft war. Der Direktor stellte uns in einem Vortragsraum die Angebote der Bibliothek ausführlich und sogar auf Deutsch (!) vor. Beeindruckend ist nicht nur das Gebäude sondern auch die Internetpräsenz der Bibliothek. Es gibt eine Chatauskunft, ein Twitteraccount, E-Mail-Alert-Dienste (darüber können Benutzer z.B. alles über Neuerwerbungen zu einem bestimmten Thema erfahren) und eine Sammlung nützlicher Links zur Juristik auf del.icio.us. Bei einem Rundgang durch die Magazine im Untergeschoss wunderten wir uns über eine Gerät in einem Glaskasten, was sich als „Buchstaubsauger“ entpuppte. Zur Freude aller gab uns Herr Vervliet auch einen Einblick in das Gebäude des Friedenspalast, welcher im Stil der Neorenaissance gestaltet war. Nach über 2 Stunden ging eine lange und eindrucksvolle Führung zu Ende. Gegen Abend fuhren wir wieder nach Amsterdam zurück und ein Teil von uns folgte der Einladung ins Goethe Insitut, wo ein animierter Langfilm aus den 20er-Jahren („Die Abenteuer des Prinzen Achmed“) mit moderner musikalischer Untermalung gezeigt wurde. Dieser Film wird übrigens dieses Jahr zum Kurt Weill Fest in Dessau gezeigt. http://www.kurt-weill.de/pages_d/kwf_2_0_22_0.html

Der 3. Tag stand den Teilnehmern zur freien Verfügung, da es nicht möglich war samstags eine Bibliotheksführung zu bekommen. Die Gruppe besuchte diverse Museen (u.a. Rijksmuseum, Anne-Frank-Haus, Jüdisch Historische Museum) und ein Teil machte auch eine Grachtenrundfahrt oder erkundete die Stadt zu Fuß. Zur späten Stunde fand sich auch ein kleines Grüppchen zusammen um in einem der vielen „bruin cafés“ (= traditionelle niederländische Kneipe) einzukehren.

Bevor wir uns am Sonntag von Amsterdam verabschiedeten, standen einige auch früh auf, um noch die letzten Stunden vor der Abreise effektiv zu nutzen um zuerst über einen Kunstmarkt am Rembrandtplein zu schlendern und später noch kurz einen Antik-Markt in einem alten Haus im Stadtviertel Jordaan zu besichtigen und den Aufenthalt dort im integrierten Café bei einer Tasse heißer Schokolade ausklingen zu lassen. Gegen Mittag fuhren wir mit vielen Eindrücken im Kopf und vielleicht auch ein bisschen Fernweh im Herzen gen Deutschland. Alles in allem war es eine sehr schöne, informative, und gesellige Reise, die manch einem mit 4 Tagen viel zu kurz erschien.

Verfasst von: berlinfami | August 4, 2010

BIB Sommerfest

Am 24.8.2010 veranstaltet der BIB in Berlin zum ersten Mal ein Sommerfest in der Bibliothek am Luisenbad (Berlin-Wedding)

Die Veranstaltung beginnt mit einem Vortrag der Bibliotheksleiterin über  interkulturelle Arbeit in ihrer Bibliothek, gefolgt von einer Führung durchs Haus. Danach besteht die Möglichkeit zu einem Erfahrungsaustausch in lockerer und gemütlicher Atmosphäre. Für das geplante Büfett bitten wir etwas mitzubringen. Die Getränke steuert der BIB bei. Gäste sind willkommen!

Termin: 24.8.2010, ab 16:30 Uhr

Ort: Bibliothek am Luisenbad Travemünder Str. 2, 13357 Berlin

Anfahrt: U8 „Pankstraße“, Ecke Badstraße

Anmeldeschluss: 17.8.2010

Kontakt: Vesna Steyer, Tel.: 030-4664–994 830

Verfasst von: berlinfami | April 14, 2010

4. Bibliothekskongress Leipzig

Vom 15.03.- 18.03. fand der 4. Leipziger Kongress für Information und Bibliothek unter dem Motto „Menschen wollen Wissen“ statt. Ich hatte mir anhand der verschiedenen Themenblöcke Dienstag den 16.03. für den Messebesuch rausgesucht. 7 Uhr früh ging es los mit dem ICE Richtung Leipzig. Vom Hauptbahnhof erreichten ich in einer ziemlich überfüllten Straßenbahn zusammen mit anderen Fachbesuchern nach ca. 20 Minuten das Messegelände. Als ich meine Tagungstasche abholte, traf ich auch gleich einen ehemaligen Klassenkameraden, der jetzt in Leipzig arbeitet. Nachdem ich meine Garderobe abgegeben hatte, stürzte ich mich in den ersten Vortrag. Für den Vormittag hatte ich mir die Blockveranstaltung „Bibliotheken als Bildungspartner im Interkulturellen Kontext“ ausgewählt. Leider musste ich feststellen, dass einige interessante Vorträge von Berlinern aus dem ersten Teil in den 2. Teil am Nachmittag verlegt wurden. Trotzdem hörte ich mir den ersten Vortrag von der Bibliothekarin Maria Kabo an. Sie arbeitet in der Stadtbücherei Frankfurt am Main und ist selbst vor einigen Jahren nach Deutschland immigriert. Sie ging zunächst auf die allgemeinen Hintergründe und Aspekte von Migration ein und zeigte dann Hindernisse bei der Integration (z.B. fehlende Sprachkenntnisse) und Hilfen für ein Einleben im Einwanderungsland auf. Konkret erklärte sie, was Bibliotheken leisten können, um Einwanderern eine Orientierung im neuen Alltag zu geben. Das geht von Literatur zu den Strukturen des Landes über Erlernen der Sprache bis hin zur Vermittlung von Informationskompetenz. Viele Migranten haben Vorurteile, wie Bibliotheken von innen aussehen, da sie aus Ländern kommen, die arm sind und in denen Bibliotheken dementsprechend wenig entwickelt sind. Das Fazit ihres Vortrags lautete, dass Bibliotheken bei der interkulturellen Arbeit mehr mit anderen Einrichtungen (z.B. Sprachschulen) kooperieren sollten.

Danach folgte ein Vortrag von Dr. Volker Pirsich aus Hamm zum Thema „Multicultural Communities: Guidelines for Library Services“. Als aktives IFLA-Mitglied in der MCULTP Section (Library Services to Multicultural Populations Section) erläuterte er deren Arbeit und gab viele Literaturhinweise zu IFLA-Veröffentlichungen: u.a. die „multicultural communities guidelines for library services“, die schon in verschiedene Sprachen übersetzt wurden und im Anhang einige Best-practice Beispiele aufzeigen: http://www.ifla.org/en/publications/multicultural-communities-guidelines-for-library-services-3rd-edition

Zur Begründung, warum interkulturelle Bibliotheksarbeit wichtig ist, gibt es nun auch ein in verschiedenen Sprachen erschienenes „Raison d’etre“: http://archive.ifla.org/VII/s32/pub/s32Raison-de.pdf

Ein Beitrag von Herrn Pirsich ist auf dem e-doc Server der HU öffentlich zugänglich: http://edoc.hu-berlin.de/docviews/abstract.php?id=28972

Nach diesen Vorträgen gab es eine kleine Pause, die ich nutzte um mich für einen anderen Vortrag zu entscheiden, da die Beiträge der 2 Vorträge der Berliner (arabischer Sozialarbeiter aus Berlin-Schöneberg und Bericht aus dem Institut Cervantes) wie schon erwähnt nicht mehr am Vormittag statt fanden. Ich beschloss mir die Stände anzuschauen, und war begeistert, als ich die Leute der Zukunftswerkstatt gleich neben dem BIB Stand fand. Dort begann gerade Patrick Danowski mit seinem Vortrag „Open Bibliographic Data: Die bibliographischen Daten von Büchern der CERN Library für jedermann“. Im Zuge der Diskussion zu Open Access und Open Scientific Data kam die Frage auf, warum man nicht auch bibliographische Daten im Netz frei zur Verfügung stellt. Die gleichen Bücher werden von verschiedenen Bibliotheken öfter katalogisiert, als es notwendig wäre. Sicherlich hätte eine solche Entwicklung auch Konsequenzen für die zukünftigen Abläufe von Geschäftsgängen. Darüber möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht sinnieren. Es folgte ein Film, der die Bibliotheken dazu aufruft, ihre Daten aus ihren „Silos zu befreien“ und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Der Film ist auch auf seinem Blog zu sehen: http://www.bibliothek2null.de/2010/02/03/open-data-works/

Die Daten der CERN Library in der Schweiz können aus dem „Cern Document Server“ über MARCXML exportiert werden. http://library.web.cern.ch/library/Library/bookdata.html

Auch die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln ist diesen Weg schon gegangen. Ein Bericht dazu gibt es unter http://futurezone.orf.at/stories/1641782/

In diesem Zusammenhang wird auch oft von „linked data“ und „semantic web“ gesprochen. Die Definition und die Ideen die dahinter stecken, werden in folgendem Artikel sowie Video klar und anschaulich dargestellt:

http://futurezone.orf.at/stories/1638410/

http://www.youtube.com/watch?v=UEXhFkOm5Ag

Verfasst von: berlinfami | Dezember 21, 2009

„Keine Bildung ohne Medien“

Unter diesem Motto ruft u.a. der dbv (Deutscher Bibliotheksverband) als Mitzeichner dazu auf, sich an der Aktion zu beteiligen. Der dbv schreibt auf seiner Homepage:

„Die bundesweite Initiative http://www.keine-bildung-ohne-medien.de/ veröffentlichte im Frühjahr 2009 ein „Medienpädagogisches Manifest“, das eine nachhaltige und breite Verankerung der Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen fordert.

Die Initiative strebt ein breites gesellschaftliches Bündnis zur Förderung der Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen an. Im „Manifest“ heißt es: „Punktuelle Maßnahmen und diverse Informations- und Beratungsangebote im Internet reichen längst nicht mehr aus. In vielen Familien und pädagogischen Einrichtungen findet eine reflektierte Auseinandersetzung mit Medien kaum statt. Viele Eltern und Erziehende in allen pädagogischen Bereichen sind hinsichtlich ihrer medienerzieherischen Verantwortung unsicher“.

Ich finde diese Aktion sehr gut, da es für kommende Generationen in beruflicher Hinsicht immer wichtiger sein wird Informationskompetenz zu erwerben und den sicheren Umgang mit modernen Medien zu beherrschen. Dabei ist es wichtig, dass Medienerziehung spielerisch im Kindesalter beginnt und in der Schulzeit durch erfahrene Lehrer und Medienpädagogen weitergeführt wird. Nur so kann die Generation der „digital natives“ (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Native in Zukunft ) verantwortungsbewusst und zielgerichtet mit neuen Medien umgehen.

Jeder der dergleichen Meinung ist, kann das Manifest gerne auf elektronische Weise unter der oben genannten Adresse mitunterzeichnen.

Verfasst von: berlinfami | November 3, 2009

Medewerker Informatie Dienstverlening

Es gibt ihn doch, den FaMI (zur Erinnerung, für alle die es nicht mehr wissen= Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste) -ähnlichen Beruf in den Niederlanden:

Er nennt sich Medewerker Informatie Dienstverlening. Dieser Beruf ist auf MBO-Ebene (Middelbaar Beroepsonderwijs) angesiedelt. Das entspricht in etwa dem Niveau einer Berufsausbildung. Generell können Jugendliche nach einem vorbereitenden Jahr (Voorbereidend Middelbaar Beroepsonderwijs) ab 16 eine Ausbildung machen. Ein Beruf (kwalificatie) kann über eine schulischen Vollzeitausbildung mit betrieblichen Praktika, einen berufsausbildenden Lehrweg (beroepsopleidende leerweg) oder als dual-ähnliche Ausbildung (beroepsbegeleidende leerweg) erlernt werden.

Ein Mitarbeiter der Öffentlichen Bibliothek Amsterdam präsentiert hier seinen Beruf:

„Mein Name ist Johann. Ich bin „Medewerker Informatie Dienstverlening“. Wenn Menschen z.B. Fragen über ein Buch haben oder etwas, was sie im Regal gesehen haben suchen, dann kommen sie zu mir. Wenn Bücher in die Bibliothek kommen, muss dafür gesorgt werden, dass sie zugänglich gemacht werden. Man trägt Sorge dafür, dass die Kunden die Informationen, die sie erhalten auch leicht nutzen können. „Ich fange um 10 Uhr an (eine schöne Zeit, nicht zu früh), lese E-Mails um zu schauen, ob noch Sachen auf dem Konto offen sind von denjenigen, die Medien abgeholt haben. Dazu gibt es immer Fragen. Danach schaut man, in welcher Abteilung man eingeteilt ist. Das ist immer verschieden. Dann werden die Fragen der Benutzer beantwortet. Wir sind für die ganze Abteilung, und dafür, dass ein Kunde zufrieden geht, verantwortlich. Wenn er hierher kommt und nichts finden kann, ist es eigentlich unsere Schuld.

Meistens hat man ein Bild von einer ergrauten Dame um die 60 Jahre mit Brille vor Augen, aber so wie sich das Material verändert hat, so haben sich auch die Mitarbeiter verändert. Hier arbeiten Kollegen im Alter von 20-65 Jahren. Es kommen auch stets mehr männliche Kollegen dazu. Das finde ich gut. Jeder Tag ist anders hier. Man bekommt natürlich nie dieselbe Frage. Wenn man ein Buch zu spät abgibt, bekommt man eine Mahnung. Einige Menschen sind darüber sehr wütend, auch wenn es an ihnen selbst liegt. Das ist wirklich schwierig. Letztens war hier ein älterer Herr mit Stock und hatte in seiner Jugend ein Heft, in das er Titel von Büchern aufgeschrieben hat. Vier von fünf Büchern hatten wir nicht, aber das fünfte schon. Er strahlte über das ganze Gesicht: dass er das Buch, welches er als kleiner Junge gelesen hatte, nun wieder lesen konnte. Wenn man Bücher mag, ist man hier sowieso an der richtigen Stelle.  Wenn man Bücher nicht mag, ist das auch in Ordnung. Wir haben ja auch viele CDs und DVDs.

Diese Eigenschaften sollte man haben:

Selbstsicherheit, Dienstleistungsbewusstsein („Sorry ich kann dir nicht helfen. Das geht nicht für die Kunden“), wissbegierig sein (man muss die Aktualität im Auge behalten)

Jemand mit zufriedenem Gesicht gehen zu lassen:  Dieses Gefühl ist unbezahlbar und das Schönste an der Arbeit.“

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